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Kulturwandel: Ein neuer Typ von Führungskräften für IT- und Telekommunikations-Dienstleister

IT-Dienstleister leben im Schlaraffenland. Der Markt für Informationstechnik und Telekommunikation (ITK Markt) in Deutschland hat bereits heute ein Marktvolumen von 146 Mrd. €. IT- Services wachsen in diesem Jahr um 4.5% und Software sogar um 5.5%. Damit ist die ITK-Branche eine treibende Kraft für die Volkswirtschaft (Bitkom, Stand September 2006). In Deutschland sind Informations- und Kommunikationstechnologien mit einem Anteil von 6 % an der Bruttowertschöpfung bereits heute der größte und bedeutendste Industriezweig, deutlich vor der Maschinenbau-, Automobil- oder Baubranche. Prognosen gehen davon aus, dass die Branche bis 2008 die Wirtschaftsleistung in Deutschland um bis zu 75 Mrd. € steigern könnte (Gemeinschaftsstudie von Deutscher Telekom, Siemens und der Boston Consulting Group).

Allerdings: Schaut man in die Unternehmen der Branche, erhält man häufig einen anderen Eindruck. Marktgrößen wie T-Systems oder SBS schreiben rote Zahlen, Personal wird abgebaut, das Produkt- und Serviceportfolio benötigt eine kräftige Überarbeitung. Vielfach ist die Stimmung nicht gerade euphorisch. Erklärungen gibt es genug: ITK- Dienstleister haben in den letzten Jahren starke Umbrüche mit Umsatz- bzw. Ertragsschwächen erlebt, wie den Preisverfall für Standardleistungen, die "New Economy"-Blase, mehrfache Merger / Reorganisationen oder die fortlaufende Marktkonsolidierung. Zusätzlich sind die Mitarbeiter als wichtigste Ressource zur Lösung dieser unternehmerischen Aufgaben häufig verunsichert bzw. können sich kaum noch mit dem Unternehmen identifizieren.

Diese Konsolidierung ist noch lange nicht beendet, wie die erneute Diskussion um Atos Origin und T Systems zeigt. Konzerngebundene Dienstleister müssen sich ihre Rolle als Geschäftspartner für Innovation und Transformation hart verdienen, um nicht als reiner Kostenblock betrachtet zu werden. Vielfach wird eine weitere Segmentierung erwartet, durch die geschäftsnahe Serviceeinheiten entstehen, zugeschnitten auf die operativen Einheiten der Kunden und mit einem Geflecht differenzierter Eigentums- und Vertragsverhältnisse. Die Fertigungstiefe der Leistungserbringung in der IT wird in den kommenden fünf Jahren kontinuierlich abnehmen (siehe auch convio Newsletter 2. Quartal 2006).

Führungskräfte von ITK-Dienstleistern stehen damit vor der Aufgabe, die zunehmende Vernetzung der Märkte erfolgreich zu gestalten und als verlässlicher Partner die von den Kunden geforderten Innovationen zu erbringen. Integrationen, Neuausrichtungen oder die Steuerung von Top-Projekten sind heute nicht mehr die Ausnahme. Vielmehr werden sie mit aller Dynamik, Komplexität und zunehmenden Zielkonflikten ein elementarer Bestandteil des Tagesgeschäfts. Kurz: Es handelt sich um eine der schwierigsten Führungsaufgaben in der heutigen Wirtschaft.

Um die ihnen zugesprochene "Leuchtturm-Funktion" in der Gesellschaft auszufüllen, benötigen ITK-Dienstleister einen neuen Typ von Führungskräften.

Hier bietet sich ein integraler Ansatz an, der sowohl den nachhaltigen Geschäftserfolg des Unternehmens als auch das unternehmerische Engagement der Menschen im Unternehmen einschließt. Führungskräfte müssen ihren Mitarbeitern nicht nur Anforderungen, sondern auch Lebensqualität und Sinn vermitteln, um Höchstleistung für die unternehmerischen Aufgaben zu erreichen und die bedeutenden Chancen als Motor der Informations- und Dienstleistungsgesellschaft zu nutzen.

Führungskräfte und Schlüsselpersonen von morgen benötigen ein neues Set von Fähigkeiten und Erfahrungen. Einerseits müssen sie die veränderten fachlichen Anforderungen beherrschen, wie Differenzierung in neuen Wertschöpfungsclustern, Business Networking, Kundenintegration, Beweglichkeit und Innovation oder die Neuausrichtung von Führungsteams. Zum anderen wird eine neue Form von Leadership zur geschäftlichen Notwendigkeit. Führungskräfte benötigen Konzepte für Unternehmertum, eigene Entwicklung und Life Balance.

Sie müssen nicht nur Sinn vermitteln können, sondern vor allem auch eine glaubwürdige Vorbildfunktion für ihre Mitarbeiter einnehmen: Die Vermittlung der eigenen Lebensführung und Zufriedenheit wird zur Grundlage einer überzeugenden fachlichen Führung.

Der Erfolg bei Sach- und Innovationsaufgaben entsteht durch diese neue Form von Leadership. So können IT- und Telekommunikations-Dienstleister einen nachhaltigen Beitrag zu Wachstum und einer höheren Lebensqualität in der Informations- und Dienstleistungsgesellschaft leisten. Ihre beste Vorbereitung auf das nächste Jahr ist eine Roadmap für die Unternehmensentwicklung, die diesen neuen Typ von Führungskräften herausbildet. Ein Programm zur Entwicklung dieser neuen Form von Leadership stellen wir in einem der nächsten Newsletter vor.

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